Immer wieder gerne - Hospizbegleiterfortbildung auf der Fraueninsel


Wenn am Ende eines Wochenendseminars eine Teilnehmerin in der Abschlussrunde sagt: „Ich habe schon sehr viele Fortbildungen in verschiedenen Zusammenhängen besucht, aber noch nie habe ich eine so homogene Gruppe erlebt“ (Elke Lüpnitz, Hospizbegleiterin im Vilsbiburger Hospiz Verein e.V.) spricht dies für ein gelungenes Wochenende.

Fortbildungen für Ehrenamtliche, die ohnehin einen Teil ihrer Freizeit in den Dienst anderer stellen, an einem Wochenende anzubieten, ist immer auch ein Wagnis. Am vergangenen Wochenende trafen sich Hospizbegleiterinnen, Vorstände und die Einsatzleitung des Vilsbiburger HospizVereins bereits zum fünften Mal an einem Septemberwochenende im „Kloster Frauenwörth“ auf der Fraueninsel zum gemeinsamen Nachdenken und Lernen. In diesem Jahr stand das Thema „Selbstpflege“ auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Ehepaar Marion Klinkenbusch-Gierlich und Gregor Gierlich, die als Referenten in die Thematik einführten und die Impulse für Einzel- und Gruppenarbeit gaben, setzte sich die Gruppe damit auseinander, dass ein Einsatz für andere nur dann möglich ist, wenn es mir selbst gut geht.

In der ruhigen Atmosphäre des Klosters, der Vertrautheit der Gruppe, umsorgt von den Schwestern, dem Hauspersonal und der guten Küche des Klosterwirts brachte die Nachricht vom unerwarteten und ganz plötzlichen Tod einer Mitgefährtin in der Begleitergruppe eine ganz neue Dimension zum Vorschein: Auch wir sind nur „Gast auf Erden“, in der Betriebsamkeit des täglichen Lebens verliert man dies schnell aus den Augen. Tiefe Betroffenheit, Trauer und manche Emotionen wurden in einer Gedenkrunde von jedem, dem es wichtig war, ausgesprochen. Die Kerze in der Mitte bekam eine neue Bedeutung, sie brannte jetzt für die Verstorbene, die nun von der Gruppe im Gedenken in ihre Mitte genommen wurde.

Dass die Trauer nicht bestimmend wurde, lag nicht nur an den Referenten, die die veränderte Stimmung mit aufzufangen suchten, ihr Programm anpassten und immer wieder Bezug auf die Bedeutung der eigenen Stabilität nahmen. Die Gruppe in sich trug die Schwere der Situation mit, wandte sich in Gesprächen und der lockeren Abendrunde aber auch dem Leben zu. Denn nur wer selbst etwas hat, aus dem er Kraft schöpfen kann, kann andere in schweren Stunden begleiten.

Voll Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit brachten am Sonntagnachmittag die Teilnehmenden zum Ausdruck, dass es wieder gut getan hat, in der Gemeinschaft Zeit verbracht zu haben. Den beiden Referenten dankte die erste Vorsitzende Brigitte Graßer am Schluss mit dem Worten: „Für des, dass ihr Preißn seids, habt’s ehs aber ganz guat gmacht!“ Wir hoffen, sie haben verstanden, dass dies ein hohes Lob war.

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