Mit Spass und Aufmerksamkeit für jeden


Klinikclowns besuchen regelmäßig die Bewohner des Seniorenzentrums in Altfraunhofen.

Die Klinikclowns Emma (2.v. r.) und Lupino (3.v. r.) unterhalten die Senioren mit Herzballons und sind dabei auch immer für einen Plausch zu haben.

Altfraunhofen. Klinikclowns haben sich mit ihrem Mix aus improvisiertem Klamauk und ungezwungener Fröhlichkeit bereits in vielen Kinderkliniken und Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen etabliert. Dank des Hospizvereins Vilsbiburg kommen die Muntermacher jetzt seit Mai auch regelmäßig ins Seniorenzentrum an der Schlossinsel in Altfraunhofen, um dort den Bewohnern den Heimalltag zu verschönern.

Klinikclown Lupino hat einen herzförmigen Ballon für die Seniorin gemacht. Er hält ihn allerdings auf dem Kopf stehend. „Umdrehen!“, ruft ihm seine Schwester Emma zu – und Lupino dreht sich unter dem Gelächter der Senioren um die eigene Achse. So geht es eine ganze Weile im Aufenthaltsraum des Seniorenzentrums. Der freche Lupino stellt allerlei Unfug an und Emma muss ihn ermahnen, aber immer mit Witz und einem Lächeln.

Emma und Lupino, die im richtigen Leben Rita Döbl und Luitpold Klassen heißen, sind die beiden Klinikclowns, die an diesem Vormittag im Seniorenzentrum an der Schlossinsel zu Besuch sind. Zum dritten Mal sind sie bereits hier. Lupino ist inzwischen seit zehn Jahren als Klinikclown unterwegs und genießt es, zusammen mit Emma die älteren Herrschaften zu unterhalten. Zu zweit sei es viel leichter, ein unterhaltsames Programm für den Besuch zu machen. Er betont allerdings auch:„Alles ist dabei immer improvisiert.“

Alles im richtigen Tempo

Emma betont, dass die Arbeit als Klinikclown neben dem Humor vor allem viel Einfühlungsvermögen erfordert, gerade bei älteren Menschen. Einige sind sehr offen und lachen gleich mit, andere indes sind eher still und schauen lieber zu. Alles müsse auch ein wenig langsamer gehen, weil die Reaktionszeit im Alter nicht mehr so schnell sei, erklärt Emma. Dies sei auch bei den Liedern der Fall, die die beiden mit den Senioren singen. Besonders beliebt sind alte Schlager und Volkslieder wie „Du, du liegst mir im Herzen“ oder „Blau blüht der Enzian“. Vor allem der direkte Kontakt sei besonders wichtig, jedem einzelnen der Senioren werde etwas Aufmerksamkeit geschenkt.

Brigitte Graßer vom Vilsbiburger Hospizverein ist von den Späßen und Liedern der Klinikclowns an diesem Vormittag begeistert. Ihr Verein konnte durch Spenden die Klinikclowns an drei Orten sponsern, neben dem Seniorenzentrum in Altfraunhofen auch im Hospiz Vilsbiburg und im Vilsbiburger Geschwister-Lechner-Haus. Die Clowns seien eine wunderbare Abwechslung im Alltag der Senioren. Sie habe gemerkt, dass die Heimbewohner immer offener werden, je öfter die Clowns vorbeischauen. Schon jetzt würden sich einige Bewohner auf die Besuche von Emma und Lupino freuen, erzählt Graßer.

Neben der lustigen Runde mit den Senioren im Aufenthaltsraum besuchen die beiden Clowns auch immer wieder bettlägerige Bewohner in anderen Teilen des Heims. Selbst bei denen, die sich nicht mehr richtig bewegen oder artikulieren können, leuchten die Augen auf und ein Lächeln huscht über das Gesicht, als ihnen Emma und Lupino ein kleines Geschenk mitbringen und für sie ein Lied anstimmen. Alles nur ein wenig ruhiger und stiller.

Weitere Zukunft ungewiss

Die Besuche der Klinikclowns werden voraussichtlich so lange weitergehen, bis die Spenden aufgebraucht sind, erklärt Graßer: „Wir hoffen aber, dass wir auch darüber hinaus viele neue Spenden sammeln können, damit die Clowns in Zukunft weiter hierher kommen können.“

Emma und Lupino müssen sich am Ende des Vormittags von den Heimbewohnern verabschieden, das nächste Mal kommen sie wie immer am letzten Dienstag des nächsten Monats. Lupino niest nochmals ohrenbetäubend laut und singt passenderweise am Ende „Sag beim Abschied leise Servus“.

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