Brigitte Graßer und Maria Bayersdorfer in der Trauergruppe
Brigitte Graßer und Maria Bayersdorfer in der Trauergruppe

"Geteiltes Leid wirkt heilend"

Treffpunkt für Trauernde

Vilsbiburg: Der Vilsbiburger Hospizverein bietet für Menschen in Trauersituationen, unabhängig von Religion oder Nationalität einen offenen Trauertreff an.

Abschied, Trennung und Tod lösen bei Hinterbliebenen fast immer eine seelische Krise aus, die Sehnsucht nach dem Verlorenen tut weh, eine große innere Leere entsteht.

Trauerbegleiterin Maria Bayersdorfer bezeugt aus ihrer eigenen Erfahrung, dass die Liebe über den Tod hinaus weiter geht und sich eine neue Ausdrucksweise sucht. Die Verstorbenen bleiben als Gegenüber in Erinnerungen und inneren Bildern präsent. Die Seele wird im Laufe der Zeit Wege finden, den Verstorbenen nahe zu sein und sie weiter zu lieben.

Zur Trauer gehören die verschiedenen Emotionen, Tränen, Wut, Ohnmacht, Verzweiflung und Ängste, aber auch Lachen und Fröhlichkeit. Viele Trauernde fühlen sich von der Familie oder Freunden nicht verstanden und leiden darunter, dass in ihrer Umwelt der geliebte Mensch „totgeschwiegen“ wird. Mitmenschen scheuen sich, mit ihnen darüber zu sprechen oder gehen ihnen aus dem Weg, weil sie ihre Trauer nicht aushalten können. Oft ist die Folge Einsamkeit und Rückzug.

„„Sie sind nicht allein“ sagen  die Trauerbegleiterinnen Maria Bayersdorfer und Reingard Ullmann „wir haben ein offenes Ohr für Ihre Fragen und suchen mit Ihnen gemeinsam einen Weg, um mit dem schmerzlichen Verlust zu leben und ihn als Teil Ihrer Lebensgeschichte annehmen zu können.“ Und Brigitte Graßer, die Vorsitzende des Hospizvereins ergänzt: „Der geschützte Rahmen und die Gemeinschaft der Betroffenen trägt dazu bei, dass Sie sich verstanden und getragen fühlen und vielleicht wieder Energie für den Alltag und Kraft für einen Neuanfang schöpfen können.“

“Die liebevolle Aufnahme und über den Verlust sprechen zu können“ empfand eine trauernde Witwe, die seit Frühjahr die monatlichen Trauernachmittage besucht, sehr hilfreich. „Die Gruppe unterstützt, versteht, fühlt und trägt mit“ beschreibt eine andere Trauernde die Atmosphäre. Maria Bayersdorfer freut sich darüber, dass sich die beiden Frauen, die sich vorher nicht kannten, nun auch regelmäßig außerhalb der Gruppe treffen und Freundschaft geschlossen haben.

„Nach jedem Treffen habe ich gespürt, dass der Schmerz, der sich während der Woche angestaut hatte, durch das Reden in der Gruppe leichter geworden ist“, sagte eine andere Trauernde.

Dem Team der Trauerbegleiterinnen ist es ein Herzensanliegen, Trauernden Wertschätzung und Verständnis entgegenzubringen. Trauerbegleiterinnen hören zu, fühlen mit, regen zu kreativem Tun an, lesen Geschichten und versuchen mit Symbolen und Bildern Perspektiven aufzuzeigen, um zu einem hoffnungsvollen Leben zu finden.

Der nächste offene Trauertreff am Samstag, den 29. Oktober um 15.00. Uhr in den Räumen von „Hannas Tagespflege“ (Urbanhof) Stadtplatz 33 in Vilsbiburg  bietet die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, unabhängig wie lange der Verlust schon zurückliegt, denn Trauer ist oft  nicht nach ein oder zwei Jahren vorbei.

Die weiteren monatlichen Treffen finden in denselben Räumen jeweils um 15.00 Uhr am 26. November, am 17. Dezember und am 14. Januar 2017 statt.

Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich und selbstverständlich sind Sie auch eingeladen, wenn Sie nicht Mitglied im Vilsbiburger Hospiz Verein e. V. sind.

Nähere Auskünfte  sind über den Vilsbiburger Hospiz Verein e.V. zu bekommen.

 

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