Donnernder Applaus und Bravo-Rufe

Der große Chor brillierte durch Stimmgewalt und perfekte Bühnenpräsenz.
Der große Chor brillierte durch Stimmgewalt und perfekte Bühnenpräsenz.

"Friends for music" im Benefizkonzert für den Hospizverein

Vilsbiburg. Das fünfte Benefizkonzert zum Welthospiztag am Sonntagabend in der Maria-Hilf-Kirche war erneut so gut besucht, dass mehrere Zuhörer nur einen Stehplatz finden konnten. Die Gruppe "friends for music“ bot – wie erwartet – dem begeisterten Publikum einen hinreißenden Abend.

Für die Vilsbiburger sind die Hospizkonzerte offensichtlich ein Geheimtipp, weil man für einen guten Sitzplatz schon eine Stunde vor Beginn des Konzerts anwesend sein musste. Doch lohnte sich diese Mühe: Der mächtige Chor bot in seinem zweistündigen Programm Eigenkompositionen, Gospels, Rock und Pop, dazu bekannte Songs der vergangenen Jahrzehnte. Eine große Instrumentalgruppe mit Klavier, Akkordeon, Geige, Gitarre und Schlagzeug - bei Bedarf mit Querflöten - unterstützte unaufdringlich. Die Gesamtleitung von „friends for music“ liegt in Händen von Christoph Jung, der musikalische Kopf ist Alfons Kreitmaier. Rhythmisch und umgangssprachlich die Eigenkompositionen, beeindruckend und wuchtig die Gospels, flott und vertraut die Songs von ABBA und Queen sang und spielte sich die 25-köpfige Gruppe in die Herzen der Zuhörer. A Capella ging „Train“ als Ohrwurm nicht mehr aus dem Gedächtnis, und bei „We will rock you“ oder „We are the champions“ summten und wippten auch die älteren Damen und Herren im Publikum mit.

Der gut trainierte Chor und die sicheren Solostimmen erfüllten zusammen mit den Instrumenten das Kirchenschiff mit einer beeindruckenden Klangfülle. Zum Teil war der Sound des Konzerts höchst ungewöhnlich für einen altehrwürdigen Sakralbau. Mit begeistertem Applaus, Standing Ovations und Bravo-Rufen erreichte das Publikum noch einen gefühlvollen, zu Herzen gehenden Abschiedssong.

Unterbrochen wurde das Konzert von besinnlichen Texten zum Nachdenken, vorgetragen von der Ersten Vorsitzenden des Vilsbiburger Hospiz Vereins Brigitte Graßer und der Schriftführerin Gertraud Ertl, für die Organisation des Konzerts verantwortlich. Sehr ernste Worte fand gegen Ende des Konzerts der Zweite Vorsitzende des Hospizvereins Jerry Valentin. Er schilderte das Hospiz als "Hort der Stärkung und Ermutigung". Von den Mitarbeitern werde das Leben bis zum Schluss als Einheit gesehen. Die Betreuung der Sterbenden sei überkonfessionell und ohne Ansehen der Person. "Zuhause sterben zu können ist das vorrangige Ziel", so Valentin. Daher strebe man an, den Wohnraum im Hospiz persönlich zu gestalten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter seien die tragende Kraft des Vereins. Zusätzlich zur Sterbebegleitung gehöre die Trauer mit den Angehörigen. Daher müssten die Ehrenamtlichen gut ausgebildet sein.

Wie die Schriftführerin mitteilte, sei bei dem Konzert am Sonntagabend "eine Rekordsumme" von knapp 4700 Euro an Spenden eingegangen. Diese Einnahmen würden für die Finanzierung zweier zusätzlicher Servicekräfte am Wochenende im Hospiz in Vilsbiburg eingesetzt. Außerdem bezahle man davon die Fortbildungen für die Hospizbegleiter, spezielle Therapien für die Bewohner und notwendige Pflegehilfsmittel für das Hospiz oder in den Altenheimen der Umgebung.

Zu Beginn des Konzerts hatte stellvertretender Landrat Fritz Wittmann gelobt, dass die Verbindung der beiden Pfeiler "Konzert und Benefizgedanke" traditionell in Vilsbiburg sehr gut ankomme. Er dankte dem Chor "friends for music“ für seinen unentgeltlichen Auftritt und den Ehrenamtlichen im Hospizverein für ihr Engagement. 25 Mitglieder habe die Gruppe "friends for music“, erklärte Christoph Jung als Gesamtleiter gegenüber der Vilsbiburger Zeitung. Seit 35 Jahren sei sie auf vielen Bühnen der weiteren Umgebung präsent. Mit einer Altersspanne von 20 bis 55 Jahren vertrete sie eine ganze Generation. Alfons Kreitmaier ist der musikalische Kopf, aus dessen Feder die Eigenkompositionen stammen. Er sagte im Gespräch, die Lieder des Chors hätten "eigenen Charakter und Interpretation". Live-Musik würde man bieten und nicht vom Band, das war ihm wichtig. Dabei betonte Kreitmaier, dass die Mitwirkenden keine Profis seien, sondern in Beruf und Familie stünden.

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